Illegalen Welpenhandel stoppen

Illegalen Welpenhandel stoppen!


Wie kann man nur so herzlos sein? Im Tierheim in der Süderstraße in Hamburg gaben vergangene Woche die Pfleger des Hamburger Tierschutzvereins alles, um Sorgenkind Elvis am Leben zu erhalten. Ohne Erfolg: Der kleine Vierbeiner ist am Morgen des 16. September für immer eingeschlafen. Elvis wurde für 900 Euro bei eBay Kleinanzeigen über einen illegalen Welpenhandel angeboten, ein angeblicher Havarneser-Jack-Russel-Terrier-Mix, der älter als zwölf Wochen und geimpft sei. Alles eine Lüge!

„Bis auf das Geschlecht stimmte nichts“, so eine Pflegerin gegenüber bild.de. Das Tier sei gerade einmal fünf bis sechs Wochen alt, also viel zu jung, um es von der Mutter zu trennen. Zudem war der kleine Welpe erschöpft und abgemagert. Sein Fell war kotverschmiert und verfloht, die Augen entzündet, heißt es in einem Schreiben des Tierschutzvereins. „Der Kot bestand nur aus Würmern- Die Menge war im Vergleich zu dem kleinen Körper überproportional hoch“, berichtet Tierpflegerin Michelle Kissel. Dabei ging es Welpe Elvis kurzzeitig wieder besser, wie der Hamburger Tierschutzverein von 1842 e.V. (HTV) in einer Pressemitteilung verkündete. Doch dann verschlechterte sich der Zustand drastisch – der kleine Welpe verstarb, ohne sein Hundeleben richtig gelebt haben zu können.

Elvis wurde im Rahmen einer verdeckten Ermittlung der HTV-Tierschutzberatung mit Polizei und Behörde Ende August gerettet. Die Tierschutzberaterinnen des HTV gaben sich als vermeintliche Kaufinteressentinnen aus und arrangierten ein Treffen für die Übergabe des Welpen in Billstedt. Vor Ort bot sich dann ein gewohntes Bild: Ein Mann spähte die Lockvögel aus, bevor sich wenig später die Verkäuferin, hier eine junge unauffällige Frau unter falschem Namen, mit dem Welpen auf dem Arm zeigte. Angeblich war sie gerade Gassi – ein oft angewandter Trick um davon abzulenken, dass die Anbieter nicht an der angegebenen Adresse wohnen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind allein im Tierheim Süderstraße 17 Welpen an den Folgen ihrer Vernachlässigung gestorben bzw. mussten aufgrund dessen erlöst werden. Alle diese Hunde bringt der HTV in Zusammenhang mit dem illegalen Welpenhandel. Am 24.09. fand zwischen 12.00 bis 14.00 Uhr zu diesem Thema eine Mahnwache der Organisation am Hamburger Rathaus statt, bei dem es vor allem um die Aufmerksamkeit auf dieses Thema geht und drei Redner*innen mehr zum illegalen Welpenhandel berichtet haben!

Der Tierschutzverein appelliert weiter an alle Käufer und Käuferinnen und bittet um Mithilfe in solchen Fällen. „Die Menschen dürfen sich nicht blenden lassen, wenn Welpen von eBay Kleinanzeigen & Co. zunächst munter wirken. Auch Elvis war augenscheinlich fit. Dass er bald um sein Leben kämpfen würde, war nicht abzusehen – ist im illegalen Welpenhandel aber leider auch kein Einzelfall“, betont HTV-Tierpflegerin Michelle Kissel. Was den Tieren wirklich hilft: Alle Verdachtsfälle sollten an die Polizei, den HTV und das zuständige Veterinäramt gemeldet werden!

„Wir sind allen beteiligten Tierpflegerinnen sehr dankbar, die ihm bis zuletzt zur Seite gestanden und alles dafür getan haben, dass es Elvis bessergeht“, bedankt sich die 1. Vorsitzende des HTV, Janet Bernhardt.

Für mehr Infos: PDF Kampagne Welpenhandel


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